Rückblick

Kurze Filme ganz groß – Das kurz.film.fest Künzelsau ging in die zweite Runde

Am 15. Januar 2019 fand bereits zum zweiten Mal das von Studierenden organisierte kurz.film.fest im Prestige Kino in Künzelsau statt. Im Wettbewerb traten acht Filme von Nachwuchsfilmemacherinnen und –filmemachern in den Kategorien Animation/Experimentalfilm, Spielfilm und Dokumentation an. Die Filmschaffenden stellten sich nicht nur dem Votum des zahlreich anwesenden Publikums, sondern auch dem einer hochkarätigen Jury bestehend aus den Film- und Festivalexperten Insa Wiese, Stefan Paul, Dr. Erwin Feyersinger, Kurt Schneider und Dominik Kuhn – der Reutlinger Produzent und Regisseur ist vielen der Anwesenden besser bekannt als schwäbelnder Comedian Dodokay.

Die acht Filme, die im Laufe des von Eyleen Dellori und Annika Schneider kurzweilig moderierten Abends gezeigten wurden, waren von der Jury aus einer Vielzahl von Einreichungen aus ganz Deutschland ausgewählt worden. Dies zeigte sich einmal mehr an der ausgesprochen hohen Qualität der Werke. Die Anwesenden erlebten mithin nicht nur Kinogenuss auf höchstem Niveau, sondern auch eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Gerade in der Kategorie Spielfilm setzte sich der bereits im letzten Jahr zu beobachtende Trend zu politischen Themen weiter durch. Diversität, Ausgrenzung, Identität und Migration wie auch künstliche Intelligenz standen im Mittelpunkt der drei mithin eher düsteren Arbeiten von Sophia J.A. Nsegue, Stefan Bürckner und Abini Gold. Über den Jury- wie auch den Publikumspreis konnte sich am Ende Abini Gold von der Filmakademie Ludwigsburg freuen. Ihr Film „Crossing Borders“ thematisiert die Freundschaft zwischen einer deutschen Schülerin und einem syrischen Geflüchteten, die an den Widerständen und Vorurteilen ihres Vaters zu scheitern droht. Dem standen durchaus heitere Animationsfilme gegenüber, die mit erheblich geringerem Budget auskamen und insbesondere auf die ausgezeichneten Gestaltungsfähigkeiten ihrer Schöpferinnen und Schöpfer vertrauen konnten. Es waren nicht die großen Effekte, die diese Filme auszeichneten, sondern die gekonnte Umsetzung einer witzigen Idee. Am Ende waren sich Jury und Publikum uneins. Der Jurypreis ging an den Comic über den Papagei Pooky von Maria Prokopenko. Pooky attestierte die die Jury gar das Potential zur Serienfigur. Christian Kaufmann von der Filmakademie Ludwigsburg konnte sich über den Publikumspreis für seinen Stop-Motion Beitrag „Nö“ freuen.

Interessanterweise waren es an diesem Abend die zwei Dokumentarfilme „So hell die Nacht“ von Julius Schmitt und „We will survive“ von Nele Dehnenkamp, auf die das Publikum am meisten reagierte. Während der Film „So hell die Nacht“, der mit dem Jurypreis ausgezeichnet wurde, drei Protagonisten in ihrem nächtlichen Arbeitsalltag begleitete, berichtete der Publikumsliebling „We will survive“ über das Älterwerden im Julie-Roger-Haus, in dem Sexualität im Alter nicht tabuisiert wird.
Mit seiner zweiten Auflage beginnt das kurz.film.fest der Hochschule Heilbronn seinen Platz in der Kurzfilmfestszene zu festigen. Die Jury lobte immer wieder die hervorragende Qualität der Einreichungen, die die Entscheidung schwierig gemacht habe. Der Spaß der Studierenden im Organisationsteam wie auch die Begeisterung der anwesenden Filmemacherinnen und Filmemacher sowie des Publikums sind Motivation genug, die Reihe auch in Zukunft fortzusetzen.
In diesem Sinne bis 2020!

Hier geht’s zu den Gewinnern des letzten Filmfestes.